Vorlesestunde an der Grundschule Hochstätt

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„Vorlesen hat einen positiven Effekt auf die individuelle Entwicklung von Kindern. Außerdem fördert regelmäßiges Vorlesen ihr soziales Empfinden und Verhalten.“ Dies ist eine doch eher nüchtern klingende Definition für eine der schönsten Beschäftigungen, die man in der Familie als Erwachsener mit Kindern haben kann.

Eingekuschelt in eine gemütliche Ecke beginnt es bei den ganz Kleinen oft mit dem Ansehen von Bilderbüchern, geht über das Vorlesen von kurzen Geschichten, das abwechselnde Lesen von Eltern und Kindern und kann darin enden, dass die Rollen getauscht werden und sich die Eltern von den Kindern vorlesen lassen. Es ist nämlich etwas sehr Schönes, einem anderen einfach nur zuhören zu dürfen und Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Das Einzige, was dafür notwendig ist, ist etwas Zeit, die Freude am Vorlesen – vielleicht ein klein bisschen schauspielerisches Talent – und ein gutes, für die jeweilige Altersstufe geeignetes Buch.

All das hatten die acht Erwachsenen im Gepäck, als sie am 16. November die Schule besuchten. Das Bücherrepertoire, welches Sonja Dialler, Max Sollinger, Martina Baumann, Adi Hörfurter, Lutz Ellermayer, Sepp Erb, Brigitte Hofmann und Christl Haarpaintner mitbrachten, reichte von Kinderbuchklassikern wie dem „Räuber Hotzenplotz“ über diverse Kurzgeschichten bis hin zu aktuellen Büchern wie den „Heuhaufen-Halunken“ von Sven Gerhardt. Manche Klassen saßen im Stuhlkreis, andere Kinder hatten es sich an ihren Plätzen gemütlich gemacht und lauschten – den Kopf in die Hände gestützt – den Erzählungen. In allen Klassenzimmern war es außergewöhnlich still, die Vorleser sprachen gestenreich mit unterschiedlichen Stimmen, sodass die Geschichten wie kleine Theaterstücke wirkten. Die Schülerinnen und Schüler waren von dieser Atmosphäre beeindruckt und erstaunt, wie spannend der Inhalt dadurch auf einmal wurde. Kamen unbekannte Begriffe vor, wurden diese geduldig von den Vorlesern erklärt.

Die halbe Stunde, die an diesem Vormittag eingeplant war, ging viel zu schnell vorbei und alle Kinder freuen sich schon sehr, wenn in den nächsten Wochen die Bücher weiter und zu Ende gelesen werden.

Neudeutsch würde man dies als „win-win-Situation“ bezeichnen. Wie glücklich kann sich unsere Schule schätzen, dass wir auf so engagierte Gemeindebürger zurückgreifen können. Die, die dieses Jahr nicht drankamen, sind richtig traurig und hoffen darauf, im nächsten Jahr berücksichtigt zu werden, wenn es wieder heißt: Vorlesestunde an der Grundschule Hochstätt!

Christina Nowak

 

 

 

 

 


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