Ruhig werden in der „staaden Zeit“

Früher kam es gar nicht so selten vor, dass man sich in der dunklen Jahreszeit mit Freunden traf, um sich bei Kerzenschein gegenseitig Geschichten zu erzählen oder vorzulesen. Es war eine Gelegenheit, ruhig zu werden und den Alltag hinter sich zu lassen.

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Diese Tradition ließen jetzt einige Eltern an drei Donnerstagen im Advent aufleben und boten, auf Initiative der Schulleiterin Frau Christine Höfling hin, Vorlesenachmittage für die Schülerinnen und Schüler an. Am Anfang war es dabei nicht abzusehen, ob und wie viele Kinder dieses Angebot überhaupt wahrnehmen würden, denn schließlich mussten sie dafür noch einmal von ihren Eltern extra in die Schule gebracht werden. Umso erstaunlicher war es, dass sich jeweils fast ein Viertel der gesamten Schülerzahl verbindlich anmeldete. Nur selten hörte man ein Kind sagen: „Nein, da komme ich nicht, weil wir lesen nämlich in der Familie oft Geschichten.“

In der gemütlichen, teilweise geheimnisvollen Atmosphäre des Theaterraumes durften die Kinder für eine Stunde der oft hektischen Vorweihnachtszeit entfliehen und ihrer Phantasie bei Plätzchen und Kinderpunsch freien Lauf lassen.

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So unterschiedlich die Erzählungen von „Lotta kann alles“ (Astrid Lindgren) über „Wie der kleine Fuchs das Christkind sucht“ (Ulrike Motschiunig) bis hin zu „Die kleinen Leute von Swabidoo“ (Verfasser unbekannt) auch sind, eines gelang den Vorlesern mit ihnen: Die Kinder in ihren Bann zu ziehen. Die leuchtenden, strahlenden Augen der kleinen Zuhörer waren der Lohn für die Mühe, die sich alle bei der Vorbereitung gemacht hatten. Das größte Kompliment und die Bestätigung für die Initiatoren alles richtig gemacht zu haben, war es allerdings, dass einige Kinder fragten, ob sie auch an den Folgenachmittagen kommen dürften, zu denen sie eigentlich ursprünglich gar nicht angemeldet waren.

Alles in allem: Eine Veranstaltung, die den Erwachsenen mindestens genauso viel Spaß gemacht hat wie den Kindern und für deren Fortsetzung die Ideen jetzt schon in den Köpfen blühen.

Christina Nowak

 


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