„Immer weniger Kinder können schwimmen“ – heißt es *

Die Ergebnisse zahlreicher Studien der letzten Jahre zeigen, dass immer weniger Schüler im Grundschulalter sicher schwimmen können und dies auch – leider – als Erwachsene kaum mehr lernen. Eine Entwicklung, die beunruhigend ist und die allein in Bayern von Januar bis August 2013 zu 73 tödlichen Badeunfällen geführt hat. Früher war das offensichtlich anders, da waren die meisten Grundschulabgänger in der Lage, sich zumindest über einen längeren Zeitraum vernünftig über Wasser zu halten, während es heute gerade in Ballungsgebieten teilweise Schüler gibt, die in der dritten oder vierten Klasse noch nie in einem Schwimmbad waren. Das Erlernen des Schwimmens ist zwar in den Sportlehrplänen der Grundschule vorhanden, jedoch als unverbindliches, freiwilliges Thema, dessen Umsetzung von den örtlichen und personellen Gegebenheiten an der jeweiligen Schule abhängig ist. Ein Grund für die Unkenntnis der Kinder könnte unter anderem zum Beispiel darin zu finden sein, dass in den letzten Jahren fast jedes fünfte normale Schwimmbad aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel wieder geschlossen werden musste, so dass sich viele Grundschulen das Schulschwimmen nicht mehr leisten konnten, weil das nächstgelegene Schwimmbad zu weit weg oder der Transport dorthin zu teuer war.

 

Kommen wir nun aber zur Realität in Hochstätt:

Seit diesem Jahr ist es möglich, dass sowohl die dritten als auch die vierten Klassen regelmäßig in das Lehrschwimmbecken nach Westerndorf St. Peter fahren, um dort ihre durchaus vorhandenen Schwimmkenntnisse zu vertiefen!

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Es war eine der ersten Amtshandlungen unserer neuen Schulleiterin Frau Höfling, beim Schul- und Sportamt der Stadt Rosenheim einen festen Termin für unsere Kinder auszuhandeln und auch den Transport zu organisieren. Die Kosten für die Fahrt übernimmt erfreulicherweise die Gemeinde, wobei sich die Schüler symbolisch mit einem Euro beteiligen. Davon abgesehen tragen allerdings die Lehrerinnen die Hauptlast dieses „Abenteuers“. Obwohl die Hochstätter Klassen im Vergleich sehr klein sind, ist es außerordentlich verantwortungsvoll, sich mit 15 bis 19 Kindern gleichzeitig in ein Schwimmbad zu begeben. Gerade die erste Einheit, in der noch überhaupt nicht klar ist, wie sich die Schüler im Wasser verhalten werden, ist besonders kritisch. Dennoch haben sich alle Lehrerinnen der dritten und vierten Klassen freiwillig dazu bereit erklärt, denn wie gesagt, verpflichtend ist das Thema Schwimmen leider nicht! Unterstützt werden sie dankenswerterweise von Eltern, die als Begleitpersonen mitfahren, vom Beckenrand aus oder im Wasser ebenfalls ein wachsames Auge auf die Kinder haben, beim Aus- und Anziehen helfen und gern auch das Föhnen der Haare nach dem Baden übernehmen. Alle – Schule, Gemeinde und Eltern – ziehen also an einem Strang um unseren Kindern ein lebendiges und lebensnahes Lernen zu ermöglichen. Bleibt nur zu hoffen, dass uns die Stunden auch in den kommenden Jahren zur Verfügung stehen werden, damit alle Kinder, auch die, die jetzt erst in der ersten oder zweiten Klasse sind, in diesen besonderen Genuss kommen.

So werden unsere Hochstätter Kinder gut für die Sommersaison an unseren Badeseen vorbereitet sein!

Christina Nowak

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* Bericht der DLRG in: „Die Welt“ vom 31.05.2012

 


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