Autorenlesung an der Grundschule Hochstätt

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Der 30. Juni 2015 war ein besonderer Dienstag. An diesem Tag besuchte die Eichstätter Kinderbuchautorin Margit Auer, Jahrgang 1967, die Schule in Hochstätt. Während die beiden ersten und zweiten Klassen von 9 bis 10 Uhr zur Autorenlesung und anschließender Autogrammstunde geladen waren, erwartete die Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen um 10.30 Uhr eine äußerst kurzweilige und sehr interessant aufbereitete Power – Point – Präsentation. Frau Höfling durfte neben der bekannten Schriftstellerin auch Frau Schmied von der Buchhandlung Vogl (Großkarolinenfeld) begrüßen. Dann stellte sich die Buchautorin ihrem Publikum kurz vor und warf ein Bild von ihrem momentanen Schreibplatz in der großen Eichstätter Unibibliothek an die Wand. Margit Auer arbeitete zuerst als Journalistin für die Süddeutsche Zeitung und dpa. Als jedoch ihre drei Söhne zur Welt kamen, las sie plötzlich jede Menge Kinderbücher und – begann, selbst welche zu schreiben. So sind bisher 15 Bücher von ihr auf dem Markt: Kinderkrimis, ein Buch über ein Hexenmädchen, die „Butterbrotbande“ für die ganz Kleinen und etliche andere mehr. Doch heute stand „Die Schule der magischen Tiere“ auf dem Programm.

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Der aktuelle Band befindet sich derzeit auf dem zweiten Platz der Bestsellerliste und ist auch als Hörbuch erhältlich. Margit Auers Bücher wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. Neben einer griechischen und ungarischen Version wird es demnächst auch eine japanische Ausgabe geben. Jetzt aber zum Inhalt: Die „Schule der magischen Tiere“ ist eigentlich eine ganz normale Schule mit Schulleiter und Hausmeister, doch es gibt dort auch den Fuchs Rabbat und eine Elster, ein Streifenhörnchen und einen Pinguin. Die Lehrerin heißt Miss Cornfield. Mister Morrison wiederum ist der Inhaber einer magischen Zoohandlung, der seine Tiere auf der ganzen Welt zusammensammelt. Das Besondere an dieser Schule ist nun, dass es für jeden Schüler ein ganz bestimmtes magisches Tier gibt. Für Anna-Lena etwa ist es ein Chamäleon aus Madagaskar, für Benni dagegen die Schildkröte Henrietta. Ida, Benni, Max, Yannik, Franka, Jo, Schoko, Helene und Anna-Lena – alle werden im Lauf der Zeit genau das (!) magische Tier an ihrer Seite haben, das am besten zu ihnen passt. „Ein Tier, das nur dir gehört, das mit dir spricht und dich überall hin begleitet…“ Welches Kind findet diese Vorstellung nicht faszinierend? Kinder und Tiere sind einfach eine magische Mischung. Weder Jungs noch Mädchen ab 8 Jahren werden widerstehen können, wenn es vor exotischen Tieren im Klassenzimmer nur so wimmelt. Zumal, wenn die Tiere helfen, wann immer sie können und eine Menge Quatsch machen. Bald wünscht sich jeder in der Klasse nichts sehnlicher als ein magisches Tier und damit einen treuen Gefährten an seine Seite zu bekommen. Wer wird wohl der Nächste sein? Soweit die Idee, die sich als roter Faden durch die mittlerweile insgesamt sieben Bände zieht – der achte Band ist derzeit in Arbeit. Es ergeben sich viele spannende Konstellationen mit Schauplätzen, Tieren und Charakteren. Jeder der einzelnen Bände behandelt ein Hauptthema wie Lesenacht oder Klassenfahrt und könnte für sich gelesen werden. Doch, um alle Darsteller und ihre Geschichte richtig kennen zu lernen, ist es wohl am klügsten, die Bände der Reihe nach zu erleben. Die Beziehungen und Gefühle der Kinder untereinander werden in einfühlsamer Weise geschildert, so dass sich die lesenden Kinder gut mit den Protagonisten identifizieren können. Das gilt auch für den fünften Band, in dem die Klasse eine Kinder- Quiz – Show macht. Aus dem fünften Band wurde schließlich eine größere Passage vorgelesen. Die Autorin gab dabei einen Einblick, was in einer Turnstunde mit Schildkröte Henrietta so alles passiert. So steckt der arme Yannik, der sich eigentlich nicht stillhalten kann, in einem Basketballkorb fest, wird aber zuletzt doch noch – dank einer Leiter – von Anna-Lena befreit. Yannik hat nicht nur schlechte Noten, sondern jetzt auch noch eine zerrissene Hose, Angst vor der Reaktion der Eltern und bekommt natürlich überdies Ärger vom Hausmeister. Nach dieser „theoretischen“ Turnstunde war es Zeit für eine „aktive Pause“. Per Power – Point gab es als kurzes Intermezzo eine kleine Turnrunde – von und mit Henrietta. Das ließen sich die Dritt- und Viertklässler nicht zweimal sagen. Bauchtanz und Kniebeugen, watscheln, marschieren und joggen, ja sogar fliegen konnte das Hochstätter Schülerpublikum dank der magischen Henrietta – zumindest für kurze Zeit… Nach so viel Bewegung beantwortete die Kinderbuchautorin diverse Fragen. Dabei erfuhren die Hochstätter Kinder von genauen Schreibplänen und späteren Überarbeitungen oder, dass die Schriftstellerin zwei Bände im Jahr bzw. etwa drei Seiten am Tag schreiben sowie jährlich circa hundert Lesungen abhalten würde. Gegen Ende der Veranstaltung wurde die interessante Frage an das Schülerpublikum gestellt, welches Tier sich die Hochstätter Kinder wohl wünschen würden. Die Palette war enorm und reichte vom Wolf über den Koala bis hin zum Kolibri. Daraufhin las Margit Auer noch eine weitere Passage aus dem fünften Band vor. So erfuhren die sichtlich interessierten Zuhörer, dass der arme Yannik, nach seiner aufregenden Befreiung aus dem Basketballkorb, von Mister Morrison den Schimpansen Tingo als magischen Gefährten an die Seite gestellt bekam. Warum wohl? Das erkannten die Schüler ebenso schnell wie messerscharf: Weil er, wie Yannik selbst, gerne kletterte und turnte und daher bestens zu diesem Jungen passte. Ob Mr. Morrison für Franka die Vogelspinne Agent Y vorgesehen hatte? Das blieb – zumindest bis auf weiteres – ein Geheimnis. Nach knapp sechzig Minuten anregender Autorenlesung folgte zuletzt die Autogrammstunde.

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So konnte heute jedes Kind voller Stolz ein signiertes Bild der sympathischen Schriftstellerin mit nach Hause nehmen – mit interessanten Informationen zur Autorin und deren Bücher auf der Rückseite… Und wer auch schon in Besitz der Autogrammkarte war, blätterte noch eifrig in einem der Bücher, die von der Buchhandlung Vogl auf dem Tisch nebenan aufgebaut waren. Alles in allem ein rundum gelungener Vormittag – für die Hochstätter Schüler, aber auch für die Lehrer der Schule. Für sie war der Hinweis interessant, dass es zu den Büchern auch Unterrichtsmaterial sowie Quizfragen auf Antolin geben würde – falls Interesse bestünde. Veranstaltungen dieser Art sind eine Bereicherung des Schullebens und Leseerziehung der intelligenten Art. In diesem Sinne: Gerne wieder herzlich willkommen!

Birgit Nußbaumer

 


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